Ring Bergisches Land

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern


Laos, c'est fini!

 

Nachdem uns die chinesische Regierung die Einreise nach Tibet versagt nehmen wir wohl oder übel die Vergrößerung unseres ökologischen Fußabdrucks in Kauf und fliegen schnurstracks nach Bangkok.

Und zwar nicht von Nepal sondern von Kolkatta aus Indien. Also sehen wir diese Stadt der Superlative auch noch einmal, allerdings nur auf Taxi-Durchfahrt, wir haben es ausnahmsweise einmal eilig...

So schnell haben wir dann auch lange keine Kilometer mehr ‘gerissen’ - in etwa 2 Stunden haben wir 5 Länder überflogen und sind in einer neuen Zeit- und Klimazone, Sprache und Kultur gelandet.

Bangkok International Airport ist ein Schock für uns. Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug weht uns die heiß-feuchte thailändische Luft um die Ohren. Im Flughafen selber, der uns an eine Mischung aus Frankfurt und Köln-Bonn Airport erinnert, ist es blitzeblank sauber, die Frauen laufen recht “freizügig” (also nicht im Sari) herum und auf den Toiletten gibt es Seifenspender. Hilfe!

Die Busfahrt ins Zentrum bewahrheiten unsere schlimmsten Befürchtungen. Es gibt eine Art Autobahn, keine TukTuks, wenig Mofas und moderne Autos. Außerdem gibt es scheinbar so etwas wie Verkehrsregeln - und Alle halten sich dran!
Neben Tempeln ragen Hochhäuser in den Himmel und es werden immer mehr. Willkommen zurück in der westlichen Welt... .

Wir finden ein nettes Zimmer etwas abseits vom Trubel und es ist das sauberste seit … Istanbul. Vermutlich - Oder seit zu Hause. Dann geht's raus auf die Straße, an die Essensstände. Das indische Essen hat uns immer gut geschmeckt, aber jetzt ist es eine Wohltat für den Gaumen mal etwas völlig anderes zu schlemmen. Hähnchen mit Reis, Fleischspieße, gegrillte Leber und zum runterspülen ein gutes Langnese Magnum-Eis. Wir lieben es.

Bangkok gefällt uns dann doch ganz gut. Das Wetter macht uns mal wieder zu schaffen, aber das war am Anfang in Mumbai ja auch so. Die Leute sind, wie eigentlich bisher immer, unglaublich freundlich und das ganze Land scheint sehr gut auf falangs (Ausländer) eingestellt zu sein. Am Bahnhof gibt es Touristen-Informations-Frauen, der Bahnkartenverkäufer spricht unglaublich gutes Englisch und es drängelt sich auch Keiner vor.

Als wir auf unseren Zug warten erleben wir Thailändischen Patriotismus par excellence. Um Punkt 18:00 Uhr pfeift ein Polizist in seine Trillerpfeife, es erheben sich alle (wir auch) und es wird die thailändische Nationalhymne gespielt. Um 18:03 Uhr nimmt das Leben dann weiter seinen Lauf.

Kurze Zeit später finden wir uns im Zug ein und sind ein wenig gespannt. Schließlich ist es unsere erste Zugfahrt, die nicht mit der indischen Bahn stattfindet. Wir haben die 3. Klasse gebucht und sind die einzigen Ausländer, das freut unsere Mitfahrer. Es gibt allerlei Catering, wir lassen es uns gut gehen, nur die Nacht wird etwas hart, der harten Sitze wegen.

An der Grenze zu Laos steigen wir in den Bus um, denn in Laos gibt es keine Züge. Einen Vormittag im Bus, Nachmittag im Jumbo (ein umgebauter Kleinlaster, bei dem die Passagiere auf der Ladefläche sitzen) und eine Flussüberfahrt im Langboot später befinden wir uns dann auf eine der “4000 Inseln” und können endlich ein bisschen ausspannen.

Das tun wir dann auch die nächsten zwei Tage, genießen die laotische Küche, plantschen im Mekong und lesen ein paar Bücher zu Ende.

Als Nächstes steht das Boleaven-Plateu mit seinen Kaffee-Plantagen, Wasserfällen und Dschungels auf dem Programm. Wir erkunden die Gegend auf zwei koreanischen Rollern, schlürfen frisch gebrühten laotischen Kaffee und verputzen ein laotisches Barbeque. Ein guter Einstieg in die laotische Kultur...

Nun wollen wir weiter den Norden erkunden und begeben uns auf eine 30 Stunden Busfahrt nach Luang Prabang. Hier gibt es zahlreiche Wats (buddhistische Tempel), aber auch viele Touristen. Eigentlich wollen wir nochmal raus auf die Dörfer zu den Stämmen des Nordens oder zumindest ein bisschen in den Bergen wandern. Allerdings rafft es zuerst Johannes und bald auch mich dahin, sodass wir uns im kranksein abwechseln und unsere Pläne korrigieren müssen.

Da sich die Zeit auch langsam dem Ende neigt geht es für uns gen Süden nach Vientiane. Hier genießen wir die französische Küche, bevor wir dann luxuriös in der 2. Klasse (Sleeper) zurück nach Bangkok reisen.

Morgen heißt es für uns dann endgültig Abschied voneinander nehmen - für Johannes geht es Richtung Heimat nach Paris, um von dort nach Hause zu wandern und zu trampen, während ich noch einmal 3 Wochen Korea, das Land meiner Vorfahren, erkunde.

Bald sehen uns wieder, Liebe Freunde!

Bis dahin!
Euer Adrian



























 

 zurueck zu den Berichten der Weltfahrer